In dieser neuen Kategorie stelle ich meine Lauf-Ausrüstung vor und berichte über Neuheiten, wenn es denn mal welche gibt.

Lang, lang, ist’s her, da bin ich wirklich noch ohne jegliche technische Hilfsmittel gelaufen. Meine ersten Laufeinheiten fanden völlig undokumentiert in den Süchtelner Höhen oder auf den Straßen in der Region statt. Als ich mir jedoch zum ersten Mal ernsthaft Gedanken darüber machte, wie ich meine Trainingseinheiten optimieren könnte, kam zwangsläufig das Thema „Laufuhr“ ins Spiel.

Zu dieser Zeit – es muss 2010 gewesen sein – hatte ich noch ein Smartphone auf Windows-CE-Basis. Laufapps waren also keine Alternative, weil sie für mein Gerät nicht vorhanden waren.

Also guckte ich mir ein paar Uhren an. Damals gab es die GPS-basierten Uhren von Garmin und die reinen Herzfrequenzmesser von Polar. Letztere konnten mit einem optionalen Schrittsensor zumindest die zurückgelegte Distanz erahnen. Da mir die Garmin-Uhren viel zu klobig waren (schließlich sollte die Pulsuhr von vorneherein alltagstauglich sein), schlug ich mich auf die Seite der „Polar-Fraktion“ und erwarb eine RS800 der ersten Generation.

Scheisszeit. #brueckenlauf #duesseldorf

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Die Uhr konnte damals schon wirklich viel, aber ich nutzte eigentlich immer nur die Pulsmessung (wohlgemerkt nur rein informativ und ohne Auswertung) und die Dokumentation von Dauer und zurückgelegten Kilometern. Wie eben schon erwähnt, wurden letztere mit einem Schrittsensor gemessen, der stets manuell kalibriert werden musste, was ich aber nie tat. Auf 15km Strecke gab es daher immer gut einen Kilometer Abweichung.

Um die genaue Strecke besser dokumentieren zu können, rückten die Laufapps mehr in den Fokus. Mein erstes Android-Smartphone hielt ich 2011 in meinen Händen und damit auch Zugriff auf zahlreiche Apps, um die Strecke per GPS aufzuzeichnen. Um den Puls zu sehen, behielt ich aber die Uhr zusätzlich an und hatte somit nun immer zwei Geräte, die funktionieren mussten. Manchmal fühlte ich mich wie ein Cyborg mit dem ganzen Technik-Kram am Mann (Uhr, Smartphone, Brustgurt, Schrittsensor…). Mit der parallelen Nutzung reifte allerdings meine Meinung, dass nur eine Laufuhr professionelles Training ermöglicht, während das Smartphone eine nette Spielerei bleibt.

Anfang 2014 trat ein sehr unschönes Problem an meiner RS800 auf. Der Batterieverbrauch stieg dramatisch an. Ich musste fast jede Woche eine neue einlegen. Der Polar-Support sowie Einträge in diversen Internetforen machten mir wenig Hoffnung. Garantie war ohnehin keine mehr auf dem Gerät. Was tun? Aus irgendeinem Grund stellte ich meine damalige Entscheidung für Polar und die RS800 nicht in Frage, sondern entschied mich spontan dazu, den direkten Nachfolger günstig (weil gebraucht) zu kaufen. Die RS800cx hielt Einzug.

Hallo RS800cx 🙂 #polar #twitterlauftreff

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Optisch fast identisch, konnte sie eine ganze Menge mehr, zum Beispiel über ein optionales GPS-Modul die Strecke aufzeichnen. Da das GPS-Modul aber fast so schwer wie mein Smartphone war, und Im-/Exportmöglichkeiten sowie Auswertungen aus der damaligen Software (Polar PersonalTrainer) heraus ein Graus waren, behielt ich die bewährte Konstellation zunächst bei. Die RS800cx wurde eine sehr professionelle Begleiterin, die mir einige Bestzeiten ermöglichte. Und auch optisch machte sie Einiges her, so dass ich sie ohne Probleme im Alltag tragen konnte. Auch die Tatsache, dass angesehene Profiläufer wie z.B. Sabrina Mockenhaupt und die Hahner-Zwillinge dieses Modell einsetzten, bestätigte mich in meiner Entscheidung.

Allerdings hatte ich mich vor dem Kauf nicht ausreichend informiert, denn schon wenig später rückte die V800 in meinen Fokus, eine Uhr, die anders war als alles bisher dagewesene. Trotz relativ kompaktem Design ermöglichte sie die GPS-Aufzeichnung direkt am Gerät (Juhuu, endlich kann das Smartphone zu Hause bleiben) und dank des großen OLED-Displays gab es flexible und unzählige Nutzungsmöglichkeiten. Dazu die neue Webanwendung „Polar Flow“. Ich beschloss also Ende 2014 bereits wieder, die RS800cx zu verkaufen und mir ein neues Spielzeug zu gönnen.

Und das ist der Stand der Dinge. Die Uhr kann alles, was sie können muss und ich nutze sie in vollem Umfang. Multisport, Phasentraining, Routen, Race Pace… und im Alltag macht sie nicht nur eine gute Figur, sondern ist dank SmartWatch-Funktionen auch ein sehr nützlicher Helfer. Leider hatte meine erste V800 ein relativ bekanntes Akku-Problem. Dieser dehnte sich aus und sorgte für unschöne Spaltmaße an der Gehäuseseite. Aber der hervorragende Polar-Support tauschte die Uhr ohne großen Aufwand. Während dieser Zeit testete ich das nächst kleinere Modell; die M400. Sie bringt alles mit, was der Hobbyläufer braucht – und hat ein hervorragendes Preis-/Leistungs-Verhältnis. Leider gibt es aber dann doch ein paar Details, an die ich mich bei der V800 zu sehr gewöhnt habe und nicht mehr missen will. Deshalb hab ich den Kauf der V800 nie bereut und war auch sehr glücklich, als ich sie zurück hatte.

Ich denke, dieses Thema wird noch nicht zu Ende erzählt sein. Ich bin einfach viel zu Technik-begeistert und muss immer das Neuste haben. Die Anzeichen verdichten sich, dass Polar in diesem oder nächsten Jahr etwas Neues herausbringen wird – vielleicht mit Farbdisplay, integriertem WLAN für Live-Tracking oder integrierter Pulsmessung? Egal, was es ist. Ich werde es leider haben müssen.

Kategorien: Ausrüstung

2 Kommentare

Gudrun · 1. Juni 2016 um 14:19

Hallo,
die neuen Uhren können ja auch den Puls am Handgelenk messen. Ist das für dich interessant? Wäre spannend zu lesen, wie es dir damit geht. Leider gibt’s das von Polar nur als Fitnesstracker, noch nicht für die Laufuhren.
Viele Grüße
G.

    Daniel · 1. Juni 2016 um 19:16

    Hallo Gudrun,

    ich habe noch keine Erfahrung damit, bin aber überzeugt davon, dass Polar über kurz oder lang so etwas anbieten wird. Und wenn es ein Nachfolgemodell von der V800 gibt, muss ich das natürlich haben 😉 Für mich persönlich spielt es aber keine Rolle, ob ich einen Brustgurt tragen muss oder nicht. Ich habe mich ganz gut daran gewöhnt.

    Bei Garmin ist diese Art der Pulsmessung ja schon länger etabliert, bei Polar dauert es für gewöhnlich immer etwas länger, bis neue Funktionen angeboten werden, dafür sind sie dann weitestgehend ausgereift. Und gerade die Pulsmessung – das „Steckenpferd“ von Polar – sollte beim Erfinder der Herzfrequenzmesser ja auch ordentlich funktionieren. Man sollte aber bedenken, dass man dann die Uhr nicht mehr über der Kleidung tragen kann.

    LG
    Daniel

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