So lief der Venloop 2016 – keine Bestzeit, aber…

Mein erster Wettkampf in 2016 ist erledigt. Durchaus spannend, weil ich – nach drei Monaten ohne Wettkampf und ein knappes halbes Jahr nach meinem sensationellen Erfolg beim Halbmarathon in Köln – gar nicht einzuordnen wusste, wo ich im Training stehe. Aber fangen wir doch ganz von vorne an.

Nippel abkleben, sonst geht heute gar nix! Viel Erfolg und Spaß heute allen beim #Venloop!

Ein von Daniel (@vy99) gepostetes Foto am

Sonntag Morgen, Wettkampftag. Wecker-Klingeln um 9 Uhr, es gab Nudeln zum Frühstück. Dazu einen Liter Wasser und – weil es sich so gehört – einen leckeren Orangensaft. Die Vorfreude auf Venlo stieg. Immerhin bin ich schon zum vierten Mal dabei und weiß, welche Stimmungshochburg mich gleich wieder erwartet. Die Wettervorhersage fiel nicht so toll aus, aber es sollte immerhin nicht regnen, sondern nur stark bewölkt sein. Als ich 2013 meinen ersten Venloop lief, war es kälter und es hat sogar teilweise geregnet. Und trotzdem waren die Straßen damals voll mit stimmungsgewaltigen Zuschauern. Also hatte ich gar keine Zweifel daran, dass es dieses Jahr nicht wieder so werden sollte.

Kurz vor 12 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Parkplatz an der Kaserne (das Stadion ist zwar näher, aber ich mag das Kasernengelände einfach total gerne) und stiegen in den Shuttlebus, der uns sicher und schnell zum Julianapark brachte. In meiner Facebook-Timeline zählte ich 6 (in Worten: sechs!) Freunde, die außer mir am Venloop teilnahmen. In der Menschenmenge, die sich im und um das Zelt tummelte, entdeckte ich davon: Niemanden. Dafür einen ehemaligen Arbeitskollegen, von dem ich gar nicht wusste, dass er überhaupt läuft. Wenig später lief mir immerhin noch Mike aus meinem Lauftreff über den Weg und mein Arbeitskollege Boris. Von Henning, Martin, Antonio und Uli war leider nichts zu sehen…

Pingu und ich sind startklar 🙂 #venloop

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Eine Viertelstunde vor dem Startschuss passierte das, was immer passiert: die Blase meldete sich, also suchte ich das stille Örtchen auf, vor dem sich – wie bei jedem Wettkampf – eine stattliche Schlange bildete. Nachdem ich eine Möglichkeit gefunden hatte (wozu stellen sich alle am Pissoir an, wenn’s auch die Rinne tut?), lief ich schnell zu meinem Startblock und erinnerte mich in buchstäblich letzter Sekunde noch daran, was mich beim Venloop 2015 über eine Minute gekostet hat: offene Schnürsenkel. Ich fummelte schnell einen Doppelknoten zurecht, aber währenddessen öffnete man schon das Tor zum nächsten Startblock und die langsameren Läufer strömten an mir vorbei. Der Startschuss fiel und ich war mittendrin im Pulk, der sich Zielzeiten zwischen 1:45h und 2:00h auf die Fahne geschrieben hatte.

Egal, ich versuchte, das Beste daraus zu machen. Überraschenderweise war der erste Kilometer gar nicht sooo schlecht, immerhin 4:02 Minuten. Aber danach gab es Kilometerzeiten von stets über 4:05, was mich an meiner gewünschten Zielzeit von 1:26:xxh immer weiter zweifeln ließ. Nach fünf Kilometern fehlten mir bereits 28 Sekunden. Und auch nach 10 Kilometern wurde es nicht viel besser. Ich konnte zwar meinen Rückstand konstant halten, aber nicht verringern. Fünf weitere Kilometer später musste ich einsehen, dass heute nicht mein Tag war. Ich lag gegenüber meiner Zielzeit schon über eine Minute zurück und bis Kilometer 20 konnte ich nur noch einen einzigen weiteren Kilometer unter 4:05min absolvieren. Aber da war mir auch schon alles egal. Ich genoss lieber die phänomenale Stimmung und überlegte schon, den Venloop im nächsten Jahr zu einer reinen Spaßveranstaltung zu deklarieren.

Ins Ziel kam ich dann schließlich mit einer Nettozeit von exakt 1:29:00h. Gut zwei Minuten hinter meinem Ziel, aber immerhin 3:49 Minuten schneller als beim Venloop 2015 und somit mein persönlicher Streckenrekord. Immerhin ein kleiner Trost. Platz 354 war zudem meine beste Venloop-Platzierung aller Zeiten.

Die statistische Nachbetrachtung stimmt mich dann doch noch positiv. Immerhin war ich in den letzten 3 Jahren beim Venloop immer langsamer als beim Kölnmarathon im gleichen Jahr. Das bedeutet hoffentlich eine neue Halbmarathon-Bestzeit in der Domstadt.

Mein Venloop bei Polar Flow: https://flow.polar.com/training/analysis/471613007

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