Bahneröffnung Oedt 2017

Schlag auf Schlag geht es weiter: Im vierten Wettkampf dieses Jahres konnte ich auf der vierten Distanz mein Können unter Beweis stellen.

Die Bahneröffnung in Oedt weicht gleich in mehrerlei Hinsicht von meinem normalen Wettkampfprogramm ab. Es handelt sich um einen Bahnlauf, der am Mittwoch Abend nach der Arbeit stattfand. Der Unterschied zwischen Bahn und Straße ist enorm, so hat man natürlich den Vorteil, bei stets gleichbleibenden, idealen Untergrundbedingungen und ohne Höhenunterschied zu laufen, hat aber auch immer die gleiche, eintönige Strecke vor sich, was so manchen demotivieren kann. Wettkämpfe auf der Bahn haben noch den ganz klaren Leichtathletik-Charakter, während der Straßenlauf immer mehr zum Jedermann-Event mutiert. Ich könnte niemals meinen kompletten Sport auf der Laufbahn ausleben, aber einmal „Bahn“ im Jahr muss sein. So auch am Mittwoch, als ich mich nach der Arbeit mit dem Fahrrad ins benachbarte Oedt aufmachte, um an der Bahneröffnung teilzunehmen, die wie in jedem Jahr Wettkämpfe zwischen 75m und 5.000m sowie Weitsprung bot.

Eine Stunde vor dem Startschuss war ich auf dem Sportplatz und entdeckte sofort meine Vereinskameraden Tim und Anna, die sich schon um meine Startnummer gekümmert hatten. Ich musste mich also nur noch umziehen und los laufen. In der Zwischenzeit sah ich mir die anderen Starts der Mittelstrecken-Distanz an, bei der besonders die Jugendlichen im Vordergrund standen und beachtliche Leistungen ablieferten. Der sportlich-strenge Kampfrichter nahm seine Aufgabe durchaus ernst, bat vor jedem Start um Ruhe und und machte mit einer Disqualifikation wegen Frühstart beim 200m-Lauf der Männer deutlich, dass das keine Spaßveranstaltung ist.

Um 20:10 Uhr war es dann so weit. Zeitlich planmäßig gingen die 5.000m-Läufer an den Start. Ich wurde an achter Stelle aufgestellt, was bedeutete, dass es noch sieben Läufer gab, die bessere Bestzeiten vorweisen konnten. Mindestens genau so viele Läufer waren hinter mir. Der Kampfrichter rief deutlich hörbar „Auf die Plätze!“, was für mich bedeutete, dass ich bis an die Startlinie vorrücken und eine Hand an meine Uhr legen konnte. Der Startschuss ertönte, ich drückte auf die Uhr und es ging sofort in die erste Kurve, bei der alle Läufer nach links einrückten, um Strecke zu sparen. Ich hielt das Tempo zum Vordermann, was sich nach kurzer Zeit bei 3:30min/km einpendelte. Um meine Bestzeit zu schlagen, waren 3:42min/km erforderlich. Nach den ersten Runden pendelte ich mich auf dieses Tempo ein, was zur Folge hatte, dass ich meinen Vordermann verlor und auch niemanden mehr direkt hinter mir hatte.

Beim Bahnlauf macht es Sinn, mitzuzählen, wie viele Runden man noch zurück legen muss. Nach Adam Riese sind es auf einer 400m-Bahn 12 1/2 Runden. Um mir keine Zahl merken zu müssen – denn darin bin ich echt schlecht, zumal ich während des Wettkampfes immer noch mit anderen Zahlen, nämlich Geschwindigkeiten auf meiner Uhr, zu kämpfen habe – stelle ich mir Bilder im Kopf vor, die ich den Zahlen zuordnen kann. Ganz gut klappt das mit Rückennummern von Gladbach-Spielern, zum Beispiel denke ich an Thorgan Hazard, wenn noch 10 Runden zu absolvieren sind. Parallel werden aber auch die noch zu laufenden Runden beim Überqueren der Ziellinie angesagt.

Als nur noch zwei Kilometer zu laufen waren und ich bereits mehrere Läufer überrundet hatte (es war also die „Tobias-Strobl-Runde“), fiel meine Zeit ein wenig ab. Ich lächelte einer Kamera zu und war fortan irgendwie unfokussiert. Meine Konzentration war weg. Ich kämpfte, um zumindest diese Zeit noch zu halten. So überwand ich schließlich die letzten Runden, gab auf der Zielgeraden noch mal alles und überquerte die Ziellinie in fantastischen 18:37min. Nach meinem Debakel von vor zwei Jahren, als ich komplett planmäßig lief, aber meine Uhr die Distanz zu kurz maß, war es endlich mal ein Erfolgserlebnis, was ich in Oedt feiern durfte. Zur Belohnung gönnte ich mir eine Frikadelle und einen Muffin.

Die vierte persönliche Bestzeit im vierten Wettkampf in 2017! Phänomenal! Besser kann es nicht laufen. Damit habe ich alle meine (lauftechnischen) Ziele für dieses Jahr bereits erreicht. Spannend bleibt, ob ich die auf der Bahn erreichte Bestzeit auch noch auf der Straße bestätigen kann. Das werde ich im Mai beim ersten Ra(h)ser Run probieren.

Mein Lauf bei der Bahneröffnung bei Polar Flow:
https://flow.polar.com/training/analysis/1327163972

Webseite des Veranstalters:
http://www.tus-oedt.de/

Ergebnisse:
Hier (PDF)

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