Kölnmarathon (HM) 2017

Eine Woche nach dem Marathon in der Hauptstadt stand – wie auch in den letzten beiden Jahren – direkt der Halbmarathon in der Domstadt an.

Das Szenario hat sich in den letzten beiden Jahren bestens bewährt: Mit einer Marathondistanz in den Knochen und ohne weitere Trainingseinheiten wurde das Auslaufen in Form eines Halbmarathons in Köln zelebriert. Aufgrund meiner negativen Erfahrungen im letzten Jahr hatte ich in diesem Jahr etwas wieder gut zu machen, denn 2016 fehlten mir wegen der falschen Konfiguration meiner Laufuhr etwas über 20 Sekunden zur neuen persönlichen Bestzeit.

Die Vorbereitung

Ich habe mich ausschließlich auf den Berlin-Marathon vorbereitet, habe also kein spezielles Intervalltraining oder schnelle Einheiten mehr absolviert. Trotzdem fühlte mich auch aufgrund meiner guten Leistung in Berlin optimal vorbereitet.

Vor dem Lauf

Die Startnummernausgabe ist für mich nach wie vor das größte Problem beim Kölnmarathon. Zwar ging es nach dem Debakel vom letzten Jahr wieder in die bekannte Lanxess-Arena, aber für mich, der 80km Autofahrt von Köln entfernt wohnt, hieß das: 3 Stunden Autobahnfahrt im Feierabendverkehr, zudem Zeitdruck, weil ich rechtzeitig zur Geburtstagsfeier meiner Mutter wieder zu Hause sein wollte. Der Samstag, den wir im letzten Jahr zum Abholen der Startnummer nutzten, war in diesem Jahr komplett anderweitig verplant und die „Notfall-Ausgabe“ am Sonntag wollte ich nicht in Anspruch nehmen, zumal ich dann kein VRS-Ticket gehabt hätte.

Der Lauf

Am Sonntag klingelte um 4:45 Uhr der Wecker, da ich mich bereits um 5:20 Uhr mit dem Auto nach Grevenbroich aufmachte, um dort den Zug nach Köln zu nehmen. Das klappte auch perfekt, so dass ich um kurz vor 7 in Köln-Deutz ankam, mich dort erst mal in die Bahnhofshalle setzte und mein Frühstück zu mir nahm. Wegen der guten Erfahrungen der letzten Woche bestand meine Mahlzeit hauptsächlich aus Müsliriegeln und Wasser. Um 7:45 nahm ich allen Mut zusammen und wagte mich hinaus in die 7 Grad kalte Morgenluft, wo ich erst einmal meinen Trainingsanzug auszog und dann den Kleiderbeutel an den UPS-Fahrer übergab. Wie in jedem Jahr wird mein Kleiderbeutel dann per LKW auf die andere Rheinseite gefahren und mir nach dem Wettkampf dort wieder ausgehändigt.

Danach ging ich in den noch fast leeren roten Startblock und lief mich ein wenig warm, bis ich am Streckenrand D3nitz entdeckte. Wir sprachen kurz über unsere heutigen Ambitionen und über geeignete Laufkleidung für dieses Wetter. Anschließend wurde der Block schnell immer voller, so dass ich auf weiteres Warmlaufen verzichtete und mich statt dessen im vorderen Bereich platzierte. In der Ferne konnte ich Laura Hottenrott erkennen, die sich im Elite-Bereich warm lief.

Für heute nahm ich mir insgeheim vor, meinen Respekt vor der magischen 4:00min/km-Grenze zu therapieren, indem ich so lange wie möglich schneller laufen wollte. In meinem Kopf sitzt der Gedanke fest, dass alles unter 4 Minuten zu schnell für mich sei – das wollte ich heute endlich widerlegen.

Nach dem Startschuss kam ich gut aus dem Block, merkte aber, dass ich zu viele schnelle Läufer hinter mir hatte, die an mir vorbei wollten. Aufgrund der schnellen Läufer hinter mir war es schon fast ein Muss, sehr schnell zu starten, denn das Feld war in den ersten Kurven und über die Deutzer Brücke relativ eng. Die ersten fünf Kilometer lief ich in insgesamt 19:41 Minuten so schnell, dass es auch mich überraschte. Kein Kilometer über 4 Minuten war dabei! Und auch auf den zweiten fünf Kilometern ging es schnell zur Sache, was eine Zwischenzeit von 39:38 Minuten nach 10 Kilometern zur Folge hatte. Wenn man bedenkt, dass ich überhaupt erst einen einzigen 10-Kilometer-Wettkampf unter dieser Zeit gefinisht habe, sagt das schon Einiges über meine Leistung bis zu diesem Punkt aus. Die Stimmung in Köln war wieder erstklassig, es gab viele Zuschauer am Streckenrand und ganz besonders der Rudolfplatz war ein echtes Highlight. Auch die nächsten Kilometer wurden weiter routiniert abgewickelt, wobei es hier bereits Ausreißer über die 4:00min/km-Marke gab. Bei Kilometer 15 versuchte ich, hochzurechnen, auf welche Zielzeit ich komme, wenn ich weiter einen 4:00min/km-Schnitt halte – ich läge im Bereich um 1:24h. Drei Kilometer später wurde ich jedoch deutlich langsamer, Kilometer 20 brachte ich nur noch in 4:13min/km hinter mich. So reichte es am Ende ganz knapp nicht für eine 1:24er-Zeit, sondern „nur“ für 1:25:02h, obwohl ich in der Fußgängerzone kurz vor dem Ziel noch mal alle Kräfte mobilisierte.

Es folgte ein Abstecher in eine der schönsten und reichhaltigsten Verpflegungsmeilen inklusive Reissdorf Alkoholfrei, bevor ich meinen Kleiderbeutel abholte und die Heimreise antrat. Heute hatte ich zwei Dämonen in meinem Kopf besiegt: Die Blamage von letztem Jahr und meinen Respekt, Langstrecken in unter 4:00min/km anzugehen. Aber obwohl ich die Stadt und die Strecke mag, werde ich nächstes Jahr nicht mehr in Köln antreten, da mir der logistische Aufwand zum Erhalten der Startnummer zu hoch ist und ich am Wettkampftag zu früh aufstehen muss, um rechtzeitig zum Start zu kommen. Näheres zu meiner Wettkampfplanung für 2018 folgt wie immer bald an dieser Stelle.

Mein Kölnmarathon bei Polar Flow:
https://flow.polar.com/training/analysis/1794906304

Webseite des Veranstalters:
http://www.koeln-marathon.de/

Mein Ergebnis:
Hier

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