Rhein City Run 2017

Der letzte Halbmarathon in diesem Jahr brachte mir neben einer neuen Strecke mit vielen landschaftlichen Eindrücken auch eine wichtige Erkenntnis.

Als ich vor zwei Wochen in Köln die Ziellinie überquerte, traute ich meinen Augen nicht, hatte ich doch gerade meine persönliche Bestzeit um über anderthalb Minuten unterboten. Gleichzeitig nervte mich aber auch schon optisch, dass meine neue persönliche Bestzeit nur zwei Sekunden über der 1:25h lag. Oder: Drei Sekunden über 1:24:59h. Aber es gab ja noch eine letzte Gelegenheit, das in diesem Jahr zu ändern.

Der Rhein City Run, den ich 2016 schon laufen wollte, da aber schon ausgebucht war, führt auf fast drei Viertel der Strecke am Rhein entlang von Düsseldorf nach Duisburg. Und damit war er mein erster Wettkampf, bei dem Start und Ziel in verschiedenen Orten liegen. Obwohl er erst zum zweiten Mal statt fand, mangelt es den Organisatoren nicht an Professionalität, das merkte man von der Webseite bis zum Anmeldeverfahren. Man fühlte sich gut aufgehoben und betreut. Und die Anmeldegebühr von 30 Euro ist für einen Halbmarathon dieser Größenordnung auch völlig okay.

Die Vorbereitung

Viel Zeit zur Vorbereitung hatte ich nicht, zumal ich ja in den 21 Tagen zuvor bereits einen Marathon und einen Halbmarathon gelaufen bin. Lediglich drei Einheiten mit dem Lauftreff standen auf meinem Trainingsprogramm, da ich ja auch noch regenerieren wollte.

Vor dem Lauf

Am Tag vorher hätte sich die ideale Gelegenheit geboten, meine Startunterlagen persönlich abzuholen, denn ich war zufällig am Startpunkt unterwegs. Die Unterlagen lagen aber am Ziel in Duisburg. Da zeigt sich, dass der dezentrale Charakter dieses Wettkampfes nicht nur Vorteile hat. Aber das war nicht so schlimm, schließlich hatte ich für den Wettkampftag genügend Anreisezeit eingeplant und konnte sogar dank VRR-Kombiticket gratis Bus und Bahn benutzen – wieder ein Pluspunkt, denn die Parkmöglichkeiten am Start waren zwar vorhanden, aber bei meiner Ankunft schon voll belegt.

Also holte ich knapp eine Stunde vor dem Start meine Startunterlagen ab, was etwas unkoordiniert verlief, da man seine Startnummer kennen und nennen musste, und die stand leider nicht auf meiner Teilnahmebestätigung. Aber bevor ich mich zum Aushang begab, um den sich eine große Menschentraube reihte, sah ich schnell online nach und konnte meine Nummer so in Erfahrung bringen. Mit der Nummer ging es – zeitlich voll im Plan – an den Rhein, wo ich meinen Trainingsanzug in den Rucksack stopfte und meine Startnummer ans Laufshirt pinnte. Der Rucksack wurde für die Beförderung nach Duisburg abgegeben und ich war bereit für den Startschuss.

Zuvor traf ich aber noch mehrere Kameraden der Depotrunners Bracht, zu denen ich mittlerweile ein gutes, freundschaftliches Verhältnis pflege. Außerdem lief mir Guido aus meinem Heimatdorf über den Weg und wir konnten uns ein wenig über die vergangenen Wettkämpfe und die nächsten Pläne austauschen.

Heute mal von Düsseldorf nach Duisburg laufen 😉👍🏃 #run #running #instarunners

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Der Lauf

Etwas später als die geplanten 9:30 Uhr ging es bei beinahe hochsommerlichen Morgentemperaturen und unter wolkenfreiem Himmel an den Start. Gleich in der zweiten Kurve wurde vor einer Bordsteinkante gewarnt, die man auch wirklich leicht hätte übersehen können. Danach ging es sehr, sehr lange geradeaus. Ich wollte jeden Kilometer in unter 4 Minuten laufen und mich dabei überraschen lassen, wie lange ich das durchhalte. Noch waren die Temperaturen vergleichsweise angenehm, aber ich merkte schon, dass irgendetwas nicht stimmte. Schon bei Kilometer 3 brach mir der Schweiß aus, es gab quasi keine Abkühlung und erst bei Kilometer 6 die erste Getränkestelle. Trotzdem zog ich meinen Plan weiter durch – der wohl entscheidende Fehler des Tages.

Kilometer 7 absolvierte ich erstmals in genau 4 Minuten, aber noch hatte ich keine Sorgen, es nicht schaffen zu können, da ich noch genügend Puffer hatte. Bei geplanten glatten 4min/km kann man immer schön jeden Kilometer mit der Uhr vergleichen und weiß genau, wo man steht. Ich stand noch weit vor meiner Wunschzeit. Das kippte aber spätestens bei Kilometer 12, wo ich unter 4:20min/km rutschte. Die Temperaturen wurden immer wärmer und es gab keine Abkühlung. Und spätestens, als wir den Rhein bei Kilometer 14 verließen, wurden die Probleme größer, denn nun kam auch noch Gegenwind dazu, der über die Felder pfiff. Ich wurde immer langsamer, bis 4:52min/km bei Kilometer 19. Und ich fühlte mich wie ein Autofahrer, dem auf der Autobahn das Benzin ausging und der nur noch hofft, dass er es rollend bis zur nächsten Raststätte schafft. Es war wirklich ein Kampf gegen meinen Körper, den ich gewinnen wollte. Spontan rief ich das neue Ziel aus, wenigstens noch unter 1:30h zu laufen. Aber daraus wurde nichts. Auch dieses Ziel verpasste ich am Ende um 20 Sekunden. Ich musste mich erst einmal setzen und bekam von Sebastian von den Depotrunners Bracht eine Flasche Wasser gereicht.

Die hatte ich auch wirklich bitter nötig. Im letzten Viertel des Laufs hatte ich Schmerzen am ganzen Körper. Außerdem nervte mich mein Brustgurt, der immer wieder nach unten rutschte. Ich wollte nicht mehr und war kurz davor, aufzugeben. Doch warum war ich heute so schlecht? Weil es wärmer war als erwartet? Weil ich gestern keine Nudeln aß, sondern den fettigen Burger mit Pommes? Weil ich in den letzten 22 Tagen 84,39 Wettkampf-Kilometer gelaufen bin? Vermutlich war es ein bisschen was von allem.

Jetzt steht erst mal viel Regeneration an und dann wird es mit dem Süchtelner Nikolauslauf und einem Silvesterlauf in den Jahres-Endspurt gehen.

Mein Rhein-City-Run bei Polar Flow:
https://flow.polar.com/training/analysis/1840591042

Webseite des Veranstalters:
http://www.rhein-city-run.de

Mein Ergebnis:
Hier

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2 Antworten auf „Rhein City Run 2017“

  1. Hey,
    was ein Zufall, dass du gestern auch dabeiwarst. Schade, dass wir uns nicht zufällig begegnet sind. Nun ja, ich bin erst 2 Minuten vor Ausgabeschluss der Unterlagen da gewesen, weil ich verschlafen habe 😀
    Ich habe es aber noch alles rechtzeitig geschafft. Mir ging es beim Lauf ähnlich. Die Aussicht und die Umgebung war super, aber es war unangenehm „warm“. Die ständigen kleine Steigungen kamen auch noch dazu. Nach 11km hatte ich keinen Bock mehr. Aber ich wollte ja ins Ziel. Kurz davor hätte ich Kreislauf gehabt, wäre ich nicht n paar Meter kurz gegangen. Dafür bin ich um so mehr auf meine Leistung unter den Bedingungen den Lauf geschafft zu haben 🙂

    1. Hi D3nitz! Schade, es hätte mich gefreut, wenn wir uns dort gesehen hätten. Schön zu wissen, dass ich nicht der Einzige war, der Probleme hatte – auch wenn ich dir natürlich einen angenehmeren Lauf gewünscht hätte 🙂 Aber das sind dann auch die Momente, bei denen man sich beweisen kann und auch will. Darauf kannst du wirklich stolz sein!

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