Endlich wieder 10.000m, erster Lauf der NEW-Laufserie, tolles Laufwetter, eine für mich neue Strecke – die Vorfreude war riesengroß! Es wurde: ein gebrauchter Tag.

Bei meiner Wettkampfplanung für 2018 hatte ich absichtlich darauf geachtet, wieder eine Laufserie an Bord zu haben, nachdem der langjährige MARS-Cup bereits im letzten Jahr nicht mehr stattfinden konnte. So wollte ich dieses Jahr bei der NEW-Laufserie mit dabei sein und die startete mit dem Selfkantlauf. Nachdem ich herausgefunden hatte, wo dieses verschlafene Örtchen überhaupt liegt und wie ich dorthin komme, stand einer Teilnahme nichts mehr im Weg.

Die Vorbereitung

Da ich in der letzten Woche ja beim Straßenlauf rund um das Bayer-Kreuz einen 5.000er absolviert hatte, konnte man den bereits als Vorbereitung für den Selfkantlauf sehen. Ansonsten blieb ich meinen Intervall-Läufen treu. Ein geplanter „8000 unter 32“ konnte leider aus Zeitmangel nicht mehr stattfinden.

Vor dem Lauf

Selfkant ist die westlichste Stadt Deutschlands und liegt 45 Autominuten von mir entfernt. Zum Glück fiel der Startschuss erst um 12:30 Uhr, so dass ich ausschlafen und in Ruhe frühstücken konnte. Im Ort konnte ich keinerlei Ausschilderung zu Parkmöglichkeiten entdecken, aber immerhin war die Straße, zu der man navigieren sollte, abgesperrt. Also improvisierte ich und fand zwei Seitenstraßen weiter eine Möglichkeit, mein Auto am Straßenrand abzustellen. Von dort aus waren es noch 800 Meter bis zum Start/Ziel-Gelände, wo man aber keine Startnummer erhielt, sondern im Vereinsheim des nahegelegenen Fußballvereins. Das muss man erst mal wissen! Bei der Startnummernausgabe gab es einen kurzen Moment der Verwirrung, denn im Internet hatte ich gesehen, dass meine Nummer mit „1“ begann, nun begann sie aber mit „8“. Ich wollte gerade überlegen, ob ich das noch mal recherchieren soll, als hinter mir ein „Hallo Daniel!“ ertönte. Es waren Roland und Martin, alte Schulkameraden aus meinem Heimatort, die ich bisher überhaupt nicht mit Laufen in Verbindung gebracht hatte. Nach umfangreichen Erklärungen, wie man denn dazu käme, plötzlich an einem Wettkampf teilzunehmen, suchten wir Umkleidemöglichkeiten und fanden sie im örtlichen Freibad, wo man auch kostenlose Schließfächer bekommt, wenn man am Eingang fragt. Nach dem Umzug ging ich weiter zum Start-/Zielbereich, wo Bier- und Imbissbuden aufgestellt waren. Es war viel los hier. Sebastian, ein sehr guter Läufer aus meiner Region, und D3nitz, der über YouTube sein Lauftagebuch pflegt, waren ebenfalls am Start und es wurde ausgiebig gefachsimpelt. Nun war aber erst mal der 5.000m-Lauf dran. Ich nutzte die Zeit, um mich warm zu laufen. Ein paar Minuten vor dem 10.000er-Start machten sich die Läufer im Startbereich bereit, obwohl der 5.000m-Lauf noch lief. Die letzte Läuferin wurde mit Applaus empfangen und wenige Minuten später ertönte der Startschuss.

Der Lauf

Ich kam in einem ziemlich großen Pulk von Startern recht gut weg, wurde aber von meinen Vordermännern daran gehindert, so schnell zu laufen, wie ich wollte. Ein kurzer Blick auf die Uhr bestätigte allerdings, dass ich ausreichend schnell unterwegs war, so konnte ich beruhigt in die ersten Kurven gehen und mich anschließend mit gezielten Überholmanövern freilaufen. Es ging nach einer Runde von ca. einem Kilometer noch einmal durch den Start-/Zielbereich, bevor wir nach links abbogen und in die Waldgebiete liefen. Schon kurz danach wurde es niederländisch, auch etwas Besonderes an diesem Lauf. Hier zog sich das Teilnehmerfeld immer weiter auseinander und man musste schon aufpassen, dass man richtig läuft, denn nicht an jeder Ecke waren Streckenposten vorhanden. Ich kontrollierte immer wieder meine Zwischenzeit. Eine 3:54er Pace würde heute ausreichen, um eine neue Bestzeit aufzustellen. Mit ein wenig Glück war sogar mehr möglich. Wir liefen nun in einer Vierergruppe, bis mir die Pace zu langsam wurde und ich überholen musste. Jetzt war eine weitere Zweiergruppe vor mir, mit der ich den nächsten Kilometer abspulte. Auch dort kam der Zeitpunkt, zu überholen und nun war nur noch ein einzelner Läufer vor mir, die Gruppe vor ihm hatte sich bereits deutlich abgesetzt. Bei Kilometer 7 passiert es dann. Es gab keinerlei Streckenposten, etwas zweideutig gezeichnete Pfeile auf dem Boden – und wir bogen beide falsch ab. Gut 100 Meter in die falsche Richtung bedeutete genau so viel Korrektur und über eine Minute Zeitverlust. Mittlerweile hatte uns die Gruppe eingeholt, die ich eben noch mühsam überholt hatte. Sie kannten den richtigen Weg. Ich gab nun alles, weil ich wusste, dass eines meiner Ziele auf dem Spiel stand, in diesem Jahr nur noch 10.000er in unter 40 Minuten zu laufen. Die Strecke schien immer länger zu werden. Die Kilometermarken verglichen mit der Anzeige auf meiner Uhr verrieten mir, dass ich durch den unfreiwilligen Umweg 200 Meter mehr gelaufen bin. Das aufzuholen, war fast unmöglich. Als ich Kilometer 9 bei 36:30min erreichte, wollte ich trotzdem alles versuchen, aber es reichte am Ende nicht. 40:15min standen auf der Uhr.

Ich war enttäuscht, traurig und sauer. Nicht auf meinen Vordermann, der ebenfalls falsch gelaufen war, sondern auf die Tatsache, dass an dieser schwierigen Stelle kein Streckenposten vorhanden war. Mein Vorhaben „jeder 10.000er unter 40“ wurde direkt mit dem ersten Lauf begraben. Meine Chancen, in diesem Jahr bei der NEW-Laufserie „was zu reißen“, sanken rapide. Wäre ich korrekt gelaufen, wäre heute sogar eine neue PB unter 39 Minuten locker drin gewesen – was aber nur am Rande interessant war, da die Laufstrecke ohnehin nicht offiziell vermessen wurde. Ich zog mich um und trat den Heimweg an.

Webseite des Veranstalters:
https://www.selfkantlauf.de

Mein Ergebnis:
Hier


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