Nachdem der Lauf im letzten Jahr eine gelungene Premiere feierte, wollte ich dieses Jahr unbedingt wieder am Start sein. Dabei ging es mir bei meinem neuen „Heimatlauf“ (sofern der Süchtelner Nikolauslauf kein Comeback feiert) durch den Viersener Ortsteil „Rahser“ vor allem darum, Punkte in der Wertung für die NEW-Laufserie zu sammeln.

Die Vorbereitung

Nach dem kräftezehrenden Marathon in Hamburg gönnte ich mir erst einmal eine komplette Woche Pause, bevor ich mit einem Intervalltraining über 15x200m wieder ins Training einstieg. Es folgten jeweils eine Woche später eine Steigerung auf 12x400m und 10x800m. An den Wochenenden gab es immer wieder 8.000m-Einheiten unter 32 Minuten als Annäherung an Wettkampf-Distanz und -Tempo. Zur Auflockerung dienten mir die Einheiten mit dem Lauftreff und neuerdings auch mit Michael aus Neuss, den ich über Instagram kennengelernt habe.

Vor dem Lauf

Am Wettkampftag hatte ich kein gutes Gefühl, was ausnahmsweise nicht am schlechten Wetter lag, sondern am strahlenden Sonnenschein. Er sollte uns heute laut Ankündigung 28 Grad bescheren. Seit Tagen hatte ich mit Heuschnupfen zu kämpfen, rote Augen und Dauerniesen begleiteten mich die ganzen letzten Tage, die wir meist draußen am Grill verbrachten. Für den Nachmittag waren Gewitter vorhergesagt. Svenja wollte deshalb lieber zu Hause bleiben, also machte ich mich mit dem Rad allein auf den Weg. Der Start, der sich nur vier Kilometer von meinem Zuhause entfernt befindet, war in kurzer Zeit erreicht. Meine Startnummer war schnell abgeholt und mein Rucksack abgegeben, also konnte ich meine Aufmerksamkeit ganz dem 5.000m-Lauf widmen. Meine Sonnenbrille trug ich die ganze Zeit über, um meine roten Augen zu verbergen und mich wenigstens etwas vor den Pollen zu schützen. Es half nicht viel. Nach kurzer Zeit begab ich mich zur Toilette, spülte am Waschbecken meine Augen aus und meine Nase durch. Das Wetter wurde – wie angekündigt – schlechter. Dicke und dunkle Wolken zogen auf und es fing sogar etwas an zu regnen, also entschloss ich mich, 10 Minuten vor dem Start noch mal zur Gepäckaufbewahrung zu gehen und meine Sonnenbrille abzugeben, was zum Glück möglich war. Noch mal die Nase durchgespült und dann fix zum Start, wo sich bereits die Läufer sammelten. Ich entdeckte einige bekannte Gesichter, so zum Beispiel Sebastian, dem ich dieses Jahr bereits beim Selfkantlauf und in Hamburg begegnet bin. Aber auch Christian von den Hügel-Helden, mein Vereinskamerad Rüdiger und der schnelle Micha Kamps von der LG Mönchengladbach waren mit am Start. Immer wieder wurde ich gefragt, was ich mir für heute vorgenommen habe. Meine Antwort war: „Frag mich nach einem Kilometer noch mal. Ich weiß es nicht.“

Der Lauf

Nach dem Startschuss ging es direkt geradeaus über die abgesperrte Hauptstraße und schon nach ein paar Metern wurde mir klar, dass diese ganzen Störfaktoren mich heute nur minimal beeinflussen würden. Die ersten Meter ging ich zu schnell an, konnte mich aber schon bald bremsen und im Tempo von 3:50min/km einsortieren. Durch eine Straße mit Gewerbebetrieben führte die Strecke zu einem kleinen Waldgebiet, welches ich selbst noch nicht kannte. Auch die nächsten Kilometer liefen einwandfrei, obwohl es strecken-technisch nun an einer Landstraße vorbei ging, wo die Autoabgase nicht das beste Klima verbreiteten. Danach ging es aber endlich Richtung Niers und die Landschaft wurde richtig schön. Das Wetter blieb bewölkt, aber es regnete jetzt nicht mehr. Der Untergrund war fest, aber nicht asphaltiert. Ich entdeckte meinen Vereinskameraden Jürgen am Streckenrand, der mich frenetisch anfeuerte. Die Zeiten waren im Rahmen, aber ich rechnete schon nicht mehr mit einer Bestzeit oder gar einer sub-39. Bei Kilometer 7 ließen meine Kräfte leicht nach, aber das war okay aufgrund des Vorsprungs, den ich mir auf den ersten Kilometern erarbeitet hatte. Zurück durch das Gewerbegebiet fiel mir auf, dass der Lauf wirklich perfekt organisiert war. An jeder noch so kleinen Biegung stand ein Streckenposten und jede Kurve war auf dem Boden farblich markiert. So wirr die Streckenführung auf dem Papier auch wirkte – die Veranstalter hatten das ideal gelöst und zu jeder Zeit im Griff. Aufgrund des Wetters gab es drei Getränkestationen, die ich konsequent nutzte. Meine Pace konnte ich bis zum Ende halten und auf den letzten 200 Metern auch noch mal steigern. Ich kam glücklich ins Ziel – zwar ohne Bestzeit, aber aufgrund der äußeren Umstände hatte ich das Gefühl, das Maximale herausgeholt zu haben.

Nach dem Lauf holte mich der Heuschnupfen wieder ein, denn ich erlitt sofort einen heftigen Niesanfall und quälte mich zur Gepäckausgabe, um direkt duschen zu gehen. Danach ging es langsam wieder. Ich checkte online die Platzierungen und erfuhr, dass ich Altersklassen-Dritter wurde, was mich noch zum Bleiben animierte. Die Wartezeit überbrückte ich noch mit einem Imbiss – die Krakauer bei Tusch hatte ich mir redlich verdient – und fachsimpelte mit Herbert vom TuS Oedt, der wieder grandiose Bilder von mir geschossen hatte, und Christian von den Hügel-Helden. Die Siegerehrung gab schließlich der perfekten Veranstaltung einen würdigen Abschluss.

Webseite des Veranstalters:
http://rahser-run.de/

Mein Ergebnis:
hier


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