„Plan B“ funktionierte auch beim Halbmarathon!

Es hing alles irgendwie zusammen. Vor dem geplanten Marathon am Bodensee Anfang Oktober ereilte mich eine dicke Erkältung, weshalb ich unverrichteter Dinge aus Bregenz abreisen musste. Dadurch verpasste ich nicht nur den Dreiländer-Marathon, sondern auch den Rhein-City-Run, welcher eine Woche danach auf meiner Agenda stand. Bekanntlich wählte ich ja den Mainova-Marathon in Frankfurt als Marathon-Ersatzstrecke aus. Dort erreichte ich mein großes Ziel: den ersten Zieleinlauf bei einem Marathon in unter drei Stunden. Analog dazu meldete ich mich zum Martinslauf in Düsseldorf an, um meine seit über einem Jahr bestehende Halbmarathon-Bestzeit zu knacken, was eigentlich für den Rhein-City-Run geplant war.

Die Vorbereitung

Die unmittelbare Zeit vor dem Wettkampf war immer noch von Regeneration vom Frankfurt-Marathon geprägt. Neben einer Grundlagen-Einheit mit dem Lauftreff absolvierte ich lediglich ein Intervalltraining (10x800m) auf der Bahn. Vor meiner Erkältung gab es einige Einheiten innerhalb der Halbmarathon-Vorbereitung, also 14 bis 18 Kilometer in der geplanten Wettkampf-Pace.

Vor dem Lauf

Grau, trist und nach Regen sah es am Morgen aus, als ich mit dem Auto Richtung Düsseldorf fuhr. Da der Veranstalter vor begrenzen Parkplatz-Kapazitäten warnte, wollte ich bereits um 9:30 Uhr, zwei Stunden vor dem Startschuss, vor Ort sein. Dort angekommen, gab es bei der Parkplatz-Einweisung einen kleinen Stau, aber am Ende konnte ich mein Auto problemlos in der Nähe des Campingplatzes am Unterbacher See abstellen. Weil ich keinen großen Andrang bei der Startnummernausgabe erwartete, verbrachte ich noch eine halbe Stunde im Auto und ging erst dann in Richtung Orga-Zelt, wo ich nur die Nummer abholte und anschließend wieder zurück zum Auto ging, um mich dort umzuziehen. Das Wetter war zwar grau, aber mit 13 Grad überhaupt nicht kalt. Also wählte ich – anders als noch in Frankfurt – meine kurze Wettkampf-Kleidung und legte die Strecke zum Start laufend zurück.

Dort angekommen, traf ich Frank und Ralf vom TuS Oedt. Die Beiden wollten sich gerade warm laufen, so dass ich mich ihnen anschloss. Die knapp 3 Kilometer führten uns schon über die spätere Laufstrecke, wo ich bemerkte, dass ich mich ganz offensichtlich für die falschen Schuhe entschieden hatte, denn auf dem weichen, mit Laub bedeckten Waldboden würden meine Trainingsschuhe (Asics GEL Kayano) sicherlich einen besseren Job machen als die leichten Wettkampfschuhe (NewBalance Vazee Pace v2). Aber daran war nun nichts mehr zu ändern. Nach unserem Warm-Up reihte ich mich in dritter Reihe in den vordersten Startblock ein und wartete auf den Startschuss.

Der Lauf

Die Start-/Ziel-Gerade war recht eng. Auf den ersten Metern hatte ich das Gefühl, ausgebremst zu werden, was aber ein erster Blick auf die Uhr nicht bestätigen konnte. Ich lief komplett in der anvisierten Pace, um meine bisherige Bestzeit von 1:25:02h zu unterbieten. Der Lauf führte über Bürgersteige und an Pollern vorbei, so dass man aufmerksam bleiben musste. Bereits nach wenigen 100 Metern entzerrte sich das Teilnehmerfeld und es ging in das Waldgebiet, wo wir uns noch kurz zuvor warm gelaufen hatten. Ein paar Höhenmeter wurden durch das Unterqueren von Brücken gesammelt. Nach zwei Kilometern merkte ich, dass ich etwas zu schnell unterwegs war und war fortan darauf bedacht, mich bei einer Pace von 3:59min/km einzupendeln. Das klappte auch hervorragend. Bei Kilometer 13 hatte ich schon 40 Sekunden Vorsprung auf meine bisherige persönliche Bestzeit. Aber ich war schon darauf vorbereitet, dass es zum Ende hin noch einmal hart werden würde.

Denn nach insgesamt 16 Kilometern auf Waldwegen, ohne Läufer mit ähnlicher Pace um mich herum und mit großem Respekt vor dem schnellen Laufen auf nassen Blättern, holte mich die harte Realität ein, dieses Pensum nicht bis zum Ende halten zu können. In dem Moment hatte ich Lukas vor mir, an dem ich mich ein wenig orientieren konnte. Aber es war immer härter, so dass ich keine Pace unter 4 Minuten mehr hin bekam. Nun lief ich also gegen die Zeit. Jeden Kilometer verglich ich auf meinem Pace-Armband, wie viel Vorsprung ich noch haben würde. Der letzte Kilometer, den ich so sehr herbei sehnte, brach endlich an. Alles zu geben, bedeutete in dem Moment eine Pace von 4:11min/km. Mehr war nicht mehr drin. Ein letzter Blick auf die Uhr – sollte passen. Die Lautsprecherdurchsagen im Ziel waren nun schon deutlich zu hören, als der Wald wieder den gepflasterten Wegen wich und ich in der letzten Kurve zum Zielspurt ansetzte. Hier wurde ich überholt – zum einzigen Mal an diesem Tag. Egal! Rein ins Ziel! Hat es gereicht? Gott sei Dank, ja!

Nur 23 Sekunden trennten mich von der alten Bestmarke. Mein zweites Ziel, komplett in einer 3:59er-Pace durchzulaufen, habe ich leider verpasst. Das wird eine Aufgabe für den Venloop. Bis dahin habe ich ein paar Monate Zeit, ausgiebig zu regenerieren und neue Kräfte zu sammeln.

An diesem Tag endete mein Plan B mit einem Sieg in meiner Altersklasse M35. Leider wurde das Wetter nun zusehends schlechter, und da auch allgemeine Aufbruchstimmung herrschte, wartete ich nicht mehr allzu lange auf die Siegerehrung, sondern trat den Weg nach Hause an.

Webseite des Veranstalters:
http://martinslauf.eu

Mein Ergebnis:
hier


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